Liebe Streikende!
DIE LINKE (Kreisverband Tübingen) unterstützt euern Streik und wünscht euch viel Erfolg. Wir wissen: Ihr seid nicht allein, viele Beschäftigte, Erzieherinnen und Lehrende sind auf eurer Seite, auch wenn sie nicht selbst an euren Aktionen teilnehmen können.
Es ist fünf nach zwölf und es geht um eure Zukunft. Seid Jahren verkünden die Politiker von CDU, SPD und FDP Heilsbotschaften für den Bildungsbereich und täuschen mit ihren angeblichen Reformen die Öffentlichkeit. Tatsächlich betreiben sie eine Chaospolitik, die den Kahlschlag im Bildungsbereich verschleiern soll. Die absurde Schließung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Stuttgart und die damit verbundene Zerstörung der Lehrerausbildung ist nur das I-Tüpfelchen der neoliberalen Willkürpolitik in allen Bereichen von Erziehung und Bildung.
Wenn über 75.000 Schulabgänger pro Jahr die Schule ohne Abschluss verlassen,
wenn 1, 5 Mio. junge Erwachsene keinen Berufsabschluss haben,
wenn immer mehr junge Schüler an den Gymnasien aufgrund von G8 krank werden,
dann zeigt das nicht nur die Unfähigkeit dieser Bildungspolitiker, es zeigt ihre Verantwortungslosigkeit gegenüber einer ganzen Generation junger Menschen, denen die Zukunft genommen wird. Diese Bildungspolitik ist ein Armutszeugnis, weil sie nur noch Mängel verwaltet, weil sie aus Bildungschancen eine Frage des Geldbeutels macht und weil sie unsere Demokratie zerstört.
Bildung ist Voraussetzung für jede und jeden, an dieser Gesellschaft gleichberechtigt teilzunehmen.
Bildung ist Grundlage dafür, einen Beruf zu erlernen und einen Arbeitsplatz zu erhalten, von dem man in Würde leben kann.
Bildung ist wesentlich, um sein Leben und eine Familie aufzubauen.
Wer Bildung mit immer neuen Auslesemaßnahmen wie in der Werkrealschule, im achtjährigen Gymnasium belastet oder bei Bachelor und Master nur für eine Minderheit zulässt, zerstört gesellschaftliche Bildung, zerstört die Grundlagen für eine demokratische Zukunft aller in unserer Gesellschaft. Deshalb tritt DIE LINKE ein für eine
- sofortige Einstellung von ausreichend Erzieherinnen und Lehrpersonal, um die Gruppen und Klassen zu verkleinern
- eine vollständige Gebührenfreiheit von der Kita bis zur Uni
- für Eine Schule für alle mit individueller Förderung statt Auslese
- eine demokratische Bildungsreform, bei der die Lernenden die Entscheidungen über ihren Lernprozess fällen anstatt armselige Finanzminister.
Um diese und andere Forderungen durchzusetzen, müssen Lernende an Schulen und Unis, Erzieherinnen, Lehrer aller Schulen und Eltern gemeinsam auf die Straße gehen und sich gegenseitig unterstützen. Dazu rufen wir zusammen mit euch auf. Radikal sein heißt, die Übel an der kapitalistischen Wurzel packen, heißt das Unmögliche denken und damit eine neue Gesellschaft im Interesse der Menschen vorbereiten.
VIEL ERFOLG!